Klaus Tumuscheit – Unternehmensberatung – | Entscheide doch endlich!

Entscheide doch endlich!

„Wie bringe ich meinen Auftraggeber dazu, dass er (endlich) entscheidet?“

Im Projekt taucht eine Abweichung oder ein Problem auf – jetzt müsste entschieden werden. Aber es wird nicht entschieden. Auftraggeber oder Lenkungskreis sitzen die Entscheidung aus. Der Projektleiter wartet und wartet und schimpft auf „die da oben“. Dabei übersieht er: Es liegt auch an ihm. Er liefert nicht.

Wer eine Entscheidung möchte, muss eine Entscheidungsvorlage einreichen. „Tu ich doch!“, sagen viele. Vielleicht ist sie nicht ausreichend – aus Sicht der Entscheider. Schon einmal daran gedacht? „Woran soll ich denn noch alles denken!“ Das stimmt ja – aber es hilft nicht. Was ist Ihnen eine schnelle und gute Entscheidung wert? Ein Bisschen Nachdenken und Vorbereitung sollten es schon sein. Ist es mit dem Bisschen getan? Überzeugen Sie sich selbst! Bereiten Sie vor:

Was war das geplante Ergebnis? Zum Beispiel: „Geplant war ein Produkttest.“

Was waren geplanter Start- und Endtermin? „Geplant war der Start des Tests für 12.1. Der Testbericht sollte bis zum 24.2. vorliegen.“

Was waren Plankosten/aufwand? „Der Test sollte 120.000 Euro kosten.“

Was war der interne Personalaufwand? „Drei Leute aus Abteilung X sollten 10 Projekttage reinstecken.“

Was liegt bisher tatsächlich vor (Ist-Status)? „Wir hatten bis zum 4.2. sieben Länder im Projekttest vorliegen. Ausgegeben sind 70.000 Euro. Drei Leute haben 14 Projekttage investiert.“

Wo liegt die Abweichung (ggf. mit Erläuterung)? „Es hätten aber bis zum 4.2. laut Plan 16 Länder sein müssen. Uns fehlen also neun Länder. Das ist die Abweichung.“ Eventuell mit der Erklärung: „Der beauftragte Marktforscher kämpft mit unvorhersehbaren Personalproblemen.“

Welche Möglichkeiten des Fortgangs gibt es? „Wir haben drei Optionen. Erstens, wir verschieben die Fertigstellung um einen Monat. Zweitens, wir verzichten auf den Test für drei Länder. Oder drittens, wir nehmen noch ein paar Leute dazu oder noch einen externen Marktforscher.“

Wie bewerten wir diese Möglichkeiten? „Wenn wir den Termin verschieben, dann passt die Qualität, es entstehen keine Mehrkosten – aber der Termin ist eben später. Bei der zweiten Option …“

Welche Stellschraube hat Priorität? „Der Auftraggeber wollte auf jeden Fall den Termin halten – also fällt die erste Option weg. Seine zweite Priorität ist Qualität – damit fällt auch die zweite weg (weil wir damit weniger Ergebnis vorweisen könnten). Also muss er wohl in den sauren Apfel beißen und die dritte Option wählen – sonst kriegt er das Ergebnis nicht. Oder er ändert die Prioritäten.“

Was konkret sind die nächsten Schritte? Worüber also sollte entschieden werden? „Wir brauchen ein höheres Budget, wir sondieren einige Dienstleister und suchen einen geeigneten aus. Wir fangen damit an, sobald diesbezüglich die Entscheidung vorliegt.“

Alle zehn Schritte schafft ein geübter Projektleiter in fünf Minuten – wenn er sie vorbereitet hat. Daran hapert es in der Praxis oft. Man glaubt, „für sowas“ keine Zeit zu haben. Das mag ja stimmen – aber sehr viel mehr Zeit verlieren Sie beim unnötigen Warten auf unnötig verzögerte Entscheidungen. Wohlgemerkt: Einige Entscheider entscheiden auch nach diesen zehn Schritten nicht gerade pfeilschnell – aber ohne diese Schritte würden Sie noch viel länger auf fällige Entscheidungen warten.

Ich wünsche Ihnen allzeit gute und schnelle Entscheidungen!

Please log in to view user profiles.